Zubereitung – 1000 und eine Möglichkeiten

Einer der Gründe für die weltweite Verbreitung des Kaffeetrinkens ist vermutlich darin zu erklären, dass sich Kaffee auf unterschiedlichste Weise zubereiten läßt und den verschiedensten Geschmackswünschen entgegenkommt. Die wichtigste Regel bei der Zubereitung ist: Lassen Sie sich Zeit! Finden Sie Ihr eigenes Ritual! Die beste Methode der Kaffeezubereitung ist die, die Ihnen persönlich am meisten zusagt. Wenn es mal wieder besonders hektisch zugeht oder nach einem stressigen Arbeitstag macht eine Kaffeepause Spaß und tut gut!

Die unserer Meinung nach schönste Zubereitungsart ist das äthiopische Kaffeeritual (aufgrund der zeitlichen und geographischen Einschränkungen ist es für den täglichen Gebrauch aber eher ungeeignet, trotzdem sollte man davon wissen): Die Kaffeezeremonie ist ein feierliches Ritual. Frisch gewaschene grüne Kaffeebohnen werden in einer flachen Pfanne über glühenden Kohlen geröstet. Nach der frischen Röstung werden die Bohnen mit einem Mörser zerstoßen, das grobe Pulver kommt in eine Tonkanne und wird mit Wasser aufgegossen, zieht einige Minuten und ist danach dickflüssig. Wenn der Kaffeesatz abgesunken ist, kann der Kaffee serviert werden. Der Satz wird aber nicht weggeworfen, sondern erneut aufgekocht. Dieses Dufterlebnis werden Sie nie vergessen!

Es gibt unzählige Zubereitungsmethoden für den täglichen Hausgebrauch, die angeführten Methoden sind nur ein Auszug!

Die Filtermethode wurde vom Franzosen de Belloy erfunden und ist eine der beliebtesten Methode der Kaffeezubereitung.  Beim Handfiltern wird das heiße Wasser (ca. 85 bis 90 Grad Celsius) von Hand über den Papier-, Porzellan- oder Metallfilter gegossen. Zuerst wird das mittelfeine Kaffeepulver mit Wasser übergossen, sodass es aufquillt und alle Geschmacksstoffe gelöst werden könne. Dann wird in weiteren Schritten der Filter langsam mit Wasser aufgefüllt. Die Dosierung des Kaffeepulvers, die Brühzeit und die Temperatur sind die wichtigen Faktoren bei diesem Vorgang. Der Vorteil gegenüber einer Maschine ist der, dass man die Temperatur und die Kontaktzeit selbst bestimmen kann. 1908 entwickelte Frau Melitta Bentz in Dresden ihr System von Filterpapier und Filterhalter, das bis heute weltweit bekannt ist.

French Press (Cafetière, Chambord, Meloir oder Kaffeepresse): Das (etwas gröbere) Kaffeepulver wird in die “French Press” gegeben und mit heißem Wasser überbrüht. Man wartet, bis sich das Kaffeepulver nach unten abgesetzt hat und drückt den metallenen Filter mit integriertem Stempel sanft auf den Kannenboden, um den gemahlenen Kaffee von der Flüssigkeit zu trennen. Der French Press Kaffee wird von vielen bevorzugt, weil dabei die gemahlenen Bohnen ihr volles Aroma entfalten. Dieses System wurde angeblich 1933 von einem Italiener namens Caliman erfunden, der dieses Patent später einem Schweizer verkaufte. Beim Kauf einer French Press sollte man auf keinen Fall ein Modell mit einer Filtereinrichtung aus Nylon nehmen. Wesentlich besser und haltbarer ist ein Edelstahlsieb.

Percolatoren (Dampfdruckkannen): Beim Percolator-Brühsystem wird kaltes Wasser in den Behälter gefüllt. Das Wasser wird in einer als Mulde ausgearbeiteten Bodenheizung portionsweise erhitzt und durch ein Steigrohr nach oben getrieben. Das heiße Wasser verteilt sich schwallweise und gleichmäßig über das Kaffeepulver im Filter. Der fertige Kaffee tropft auf die Oberfläche des kalten Wassers, vermischt sich aber nicht. Wenn das gesamte kalte Wasser durchgefiltert ist und der erste heiße Kaffee den Boden des Gerätes erreicht, schaltet der Kaffeeautomat auf die Warmhaltestufe um.

Glaskolben (Vakuummaschine oder Cona-Kaffemaschine): Hier stehen zwei Behälter neben- bzw. übereinander. Durch Erhitzen des Wassers steigt es duch ein Steigrohr in den zweiten Glaskolben, in dem sich das Kaffeepulver befindet. Sobald man die Heizquelle entfernt oder unterbricht, kühlt die Luft ab, ein Vakuum entsteht und durch Druck wird der Kaffee durch einen Filter wieder in den anderen Behälter gesogen. Allerdings ist darauf zu achten, dass der fertige Kaffee nicht mehr kocht.

Türkische Zubereitung: Man gibt feines Kaffeemehl, Zucker und Wasser in ein kleines als Ibrik bezeichnetes Kännchen mit einem langen Griff. Diese Mischung läßt man aufkochen und nimmt dann das Kännchen vom Herd. Da die Flüssigkeit beim Kochen aufschäumt und bis zur schmalen Öffnung aufsteigt, darf der Ibrik nicht bis zum Rand gefüllt werden. Türkischer Kaffee wird erst nach dreimaligem Aufkochen serviert und traditionell mit gemahlenem Kardamom serviert.

Espressokocher oder Mokkakanne: Diese Kannen bestehen aus drei Teilen: Kannenunterteil, dem Filtereinsatz und dem Kannenoberteil mit Steigrohr. Das Wasser kommt in das untere Behältnis, darauf wird ein Filtereinsatz gesetzt. Das mittelfeine Kaffeepulver sollte glattgestrichen werden. Die Maschine wird auf den Herd gestellt, nach kurzer Zeit beginnt das Wasser zu kochen, wodurch ein Überdruck entsteht. Durch diesen steigt unter Geräusch- und Duftentwicklung das Wasser durch den integrierten Filter und das Steigrohr in den oberen Teil der Kanne auf und kann anschließend serviert werden. Im Gegensatz zur Espressomaschine erreicht der Espressokocher keinen so hohen Wasserdruck, höchstens 1,5 bar. Deshalb bildet sich bei der Zubereitung in der Espressokanne keine oder nur eine leichte, flüchtige Crema.

Espressomethode: Das Wort „espresso“ stammt aus dem Italienischen und heißt soviel wie „unter Druck gesetzt“. Das Wasser wird wird mittels einem elektrisch beheizten Kessel oder Wärmetauscher  auf etwa 90 Grad Celsius erhitzt und unter hohen Druck durch fein gemahlenes Espressomehl geleitet. Der Druck wird entweder durch einen Hebel oder eine elektrische Pumpe erzeugt. Die Handhebelmaschine gilt als Vorläufer der heutigen Espressomaschine. Der Brühdruck wurde zuerst per Muskelkraft und später durch Muskelkraft und Feder erzeugt. Die Handhebelmaschine funktioniert ohne Pumpe. Bei Siebträgermaschinen (Halbautomaten) wird das Kaffeepulver von Hand in das herausnehmbare Sieb gefüllt und gepresst (Tampen). Der nötige Wasserdruck wird durch eine elektrische Pumpe hergestellt. Vollautomaten stellten Espresso automatisch auf Knopfdruck, vom Mahlen des Kaffees über das Einfüllen des Espressopulvers in den Filter, bis hin zum Extrahieren des Espressos und dem Ausstoß des Kaffeesudes. Der Unterschied zum Espresso aus den Siebträger- bzw. Handhebelmaschinen besteht darin, dass Kaffee durch einen Metallkolben gepresst bzw. gedrückt wird. Durch den starken Druck kommt es zur gewünschten Extraktion und auch zur angestrebten Cremabildung. Auf den Knopf zu drücken und fertig klingt praktisch und schnell, doch auch die Einstellung für Ihren individuellen Geschmack erfordert seine Zeit (die Sie sich auf alle Fälle nehmen sollten!).

 

Sie sehen, Kaffee kann sehr vielfältig zubereitet werden, trotzdem gibt es einige Faustregeln:

  • Wenn Sie Ihren Kaffee frisch mahlen (was sehr zu empfehlen ist) ist es wichtig, dass sich der Kaffee beim Mahlen nicht erwärmt, deshalb empfehle ich für den Hausgebrauch händisches Kurbeln.
  • Für die Zubereitung einer Tasse Kaffee stets frisches, kaltes Wasser verwenden und nur bis knapp vor dem Siedepunkt erhitzen. Wenn das Pulver mit sprudelnd kochendem Wasser übergossen wird, wird Kaffee leicht bitter und verliert einen Teil seines Aromas.
  • Beim Kauf einer Espresso-Maschine lohnt sich das geduldige Ausprobieren. Denn für die begehrte Crema sind Mahlgrad und Maschinentyp ausschlaggebend – und erst in zweiter Linie die Mischung und Röstung. Als Faustregel gilt: Je feiner der Mahlgrad desto besser. Bei zu feiner Mahlung läuft das Wasser zu langsam durch den Kaffee und setzt Bitterstoffe frei.