Anbau und Botanik – von Böden und Klima

Die immergrünen Kaffeepflanzen gehören zur Familie der Rubiazeen (Röte- oder Krappgewächse) und sind somit Verwandte des heimischen Waldmeisters. Sie wachsen als Strauch oder Baum und erreichen eine Höhe von 4 bis 8 Metern. Die Kaffeepflanze ist ein Kind der Tropen. Zwar gedeiht sie rund um die Erde, allerdings nur im Äquatorgürtel (wir nennen ihn auch „Coffee Belt“). Mittlere Jahrestemperaturen von 15 bis 25° Celsius, ausreichend Regen zur rechten Zeit und Höhenlagen von 600 bis 1800 Höhenmetern sind für qualitativ hochwertige Arabica-Sorten ideal. In Äthiopien wächst immer noch der Ur-Kaffee und ist das einzige Land in dem man Kaffee nicht erntet, sondern von wilden Sträuchern pflückt. Teilweise  (besonders im Süden) haben Anbau und Ernte allerdings langsam die Pflückerei verdrängt.

Aufgrund der Form und Farbe der Früchte des Kaffeebaums nennt man sie „Kirschen“. Jede Frucht enthält zwei ovale Kerne, die mit der flachen Seite aneinanderliegen und eine längliche Kerbe aufweisen. Das, was man „Bohne“ nennt, ist im Naturzustand der Kern der Frucht.

Der Kaffeebaum (oder –strauch) ist bezüglich Bodenqualität relativ anspruchsvoll: Für gutes Gedeihen braucht er lockeren tiefgründigen Boden, der zudem humusreich sein soll – Ton-, Lehm- und Sandböden sind für den Kaffeeanbau eher ungeeignet. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurden ausschließlich Kaffeepflanzen mit dem botanischen Namen „Coffea arabica“ angebaut, diese sind ausgesprochene Hochlandgewächse: Die besten Bohnen können nur nahe dem Himmel wachsen, denn je höher, desto langsamer reifen die Früchte, desto reicher an Aromen ist der Kaffee. In allen Arabica-Anbaugebieten fühlt sich der empfindliche Strauch in der reinen Gipfelluft am wohlsten. In tieferen Lagen würden sie unter Hitze leiden, in höheren unter Frost. Doch der Arabica-Strauch ist sehr empfindlich und so begann eine hektische Suche nach robusteren Kaffeepflanzen. Fündig wurden Farmer in Belgisch-Kongo: Sie tauften die Bohnen des „Coffea canephora“ „Robust“, weil er sich als widerstandsfähig und fruchtbar erwies. Robusta Kaffee gedeiht in tieferen Lagen als Arabica und unter feuchteren und wärmeren Bedingungen. Die Bohnen sind kleiner und rundlicher. Sie enthalten etwa doppelt so viel Koffein wie Arabica und haben einen raueren und bittereren Geschmack (manche Menschen, zu denen auch ich gehöre, finden, der Coffea canephora bringt keine Spitzengewächse hervor).